Vom 12. bis 28. April 2012 finden in Berlin-Neukölln verschiedene Veranstaltung im Vorfeld des Tag der Befreiung Neuköllns vom Nationalsozialismus statt. U. a. wird es am Tag selber, am 28. April, eine antifaschistische Streetparade durch Neukölln geben. Des weiteren sind noch zwei Vorträge und eine Fahrradfahrt zu Stätten nationalsozialistischer Zwangsarbeit in Neukölln geplant. Die kommenden Termine hier noch mal in der Übersicht.
» Infoveranstaltung: „Das vergessene KZ Columbia-Haus“
17. April 2012 // 19:00h // Laidak
» Fahrradfahrt zu Stätten nationalsozialistischer Zwangsarbeit in Neukölln
22. April 2012 // 15:00h // Tempelhofer Feld, Eingang Columbiadamm
» Infoveranstaltung: „Frauen im antifaschistischen Widerstand in Neukölln 1933-1945“
24. April 2012 // 19:00h // Tristeza
» Antifaschistische Streetparade
28. April 2012 // 17:30h // Hermannstraße Ecke Rollbergstraße, Nähe U-Bhf. Boddinstraße
Mehr Infos gibt es unter befreiungneukoelln.blogsport.de

Es war ein deutliches Zeichen gegen Neonazis und rassistische Gewalt, dass etwa 900 Antifaschist_innen am Freitagabend im als Schwerpunkt der Neonaziszene geltenden Süden Neuköllns setzten. Die Demonstration, die vom U-Bahnhof Lipschitzallee zum U-Bahnhof Rudow zog, stand unter dem Motto „Zeit zu Handeln! Keine „ Homezone“ für Nazis und Rassist_innen!“. Die Teilnehmer_innen ließen sich dabei von einer zeitgleich stattfindenden Neonazidemo nicht aus dem Takt bringen und setzten eigene Akzente. Knapp fünfzig Nazis mussten mit ihrer Demonstration in den Tempelhofer Ortsteil Marienfelde ausweichen. Auch dort wurden sie von massiven Protesten begleitet und konnten ihren Aufmarsch am Ende nicht wie geplant durchführen. Unterdessen sind weitere antifaschistische Aktionen in Südneukölln bereits in Planung. […weiterlesen]
Bilder vom Tag gibt es bei flickr: 1, 2, 3, 4.
Seit August 2009 kommt es in Neukölln immer wieder zu Anschlägen auf alternative Einrichtungen und Drohungen gegen antifaschistisch Engagierte. Zwei Mal verübten mutmaßliche Neonazis im letzen Jahr Brandanschläge auf die Kinder-und Jugendeinrichtung „Anton-Schmaus Haus“ der „Falken“ im Stadtteil Britz. Das Haus wurde dabei so schwer beschädigt, dass es noch immer nicht wiedereröffnet werden konnte. In keinem der Fälle konnte die Polizei bisher Täter_innen ermitteln. Gemeinsam haben die betroffenen Einrichtungen und Privatpersonen, dass ihre Anschriften und/oder Namen zuvor, teilweise mit Fotos, auf den Internetseiten des auch in Neukölln aktiven Neonazinetzwerkes „Nationaler Widerstand Berlin“ in so genannten Anti-Antifa Listen veröffentlicht worden waren. Die Nennung wird dabei verbunden mit der Aufforderung diese anzugreifen. Obwohl antifaschistische Initiativen und zivilgesellschaftliche Institutionen seit geraumer Zeit die Verantwortlichen hinter diesen Interportalen öffentlichen benennen und die Abschaltung der Seiten fordern, sind die mit Gewaltaufrufen versehenden Listen noch immer im Internet zu finden. Viele Betroffene rechter Gewalt fühlen sich indes von Polizei und Behörden allein gelassen. Bei der Veranstaltung soll ein Blick auf die Aktivitäten des „Nationalen Widerstands“ in Neukölln und den gesellschaftlichen Umgang damit geworfen und mögliche Handlungsperspektiven diskutiert werden.
Es sprechen:
Mirjam Blumenthal (SJD- Die Falken Neukölln)
Frank Metzger (Apabiz e.V.- Antifaschistisches Pressearchiv- und Bildungszentrum)
Helga Seyb (ReachOut –Opferberatung gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus)
Vertreter_in der MBR (Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus in Berlin)
Außerdem wird ein_e Vertreter_in der Kampagne „Neukölln gegen Nazis“ über eine geplante Demonstration gegen Neonazistrukturen in Neukölln informieren, die am 13.04. in unmittelbarer Nähe des Veranstaltungsortes starten wird.
04. April 2012 | 19:00 Uhr | Gemeinschaftshaus Gropiusstadt (Bat-Yam Platz 1 I U-Bhf Lipschitzallee)
Eine Veranstaltung von „Neukölln gegen Nazis“ unterstützt von: Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten (VVN-BdA), Falken Neukölln und Jusos Neukölln
Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

Den Aufruf zur Demonstration findet ihr hier. Aktuelle Infos gibt es hier.
Ein lesenswerter Überblicksartikel zur Demo ist bei Indymedia erschienen. Von einem schlechten Start in den Frühling für die Neuköllner Neonaziszene berichtet ein weiterer Artikel.
Im Vorfeld der Demonstration laden wir zu einem Infoabend in die B-Lage am 29. März 2012 unter dem Titel „Kein Kiez für Nazis – Rechte Strukturen in Neukölln offenlegen!“ und zu einer Diskussionsveranstaltung unter dem Titel „Kein Platz für Neonazis in Neukölln“ in das Gemeinschaftshaus Gropiusstadt am 04. April 2012 ein.
Rechte Strukturen in Neukölln offenlegen! Infoabend am 29. März
In den letzten 2 Jahren kam es in Neukölln und anderen Bezirken Berlins immer wieder zu massiven Angriffen von Neonazis auf alternative und linke Einrichtungen. Auch Einschüchterungsversuche gegen politische Gegner_innen und ein militanter Habitus gehören zum festen Bestandteil ihrer Aktivitäten. Vorläufiger Höhepunkt waren zwei Brandanschläge im vergangenen Jahr auf das Jugendzentrum Anton-Schmaus Haus in Britz.
Gerade der Süden Neuköllns gilt als einer der Schwerpunkte organisierter Neonazis in Berlin. Die Verknüpfung zwischen rechten Fußballfans, Freien Kameradschaften, ‘Autonomen Nationalisten’ und der rechtsradikalen Partei NPD sind dabei häufig fließend.
Das Bündnis ‘Neukölln gegen Nazis’ möchte über die Aktivitäten und Strukturen der Nazis aufklären und zeigen, dass es in dem als multikulturell geltenden Bezirk rechtes Gedankengut gibt.
Außerdem soll im Rahmen der Veranstaltung über die antifaschistische Kampange ‘Zeit zu Handeln’ informiert werden. So wird es weitere Veranstaltungen, sowie eine Demonstration am 13.04.2012 / 17.30 Uhr ab U-Bhf. Lipschitzallee geben.
Nach der Veranstaltung gibt es kalte Getränke in gewohnt entspannter B-Lage Atmosphäre. Dazu Auflegerei mit feinstem Elektropop von den Katzenjammerkids.
29.03.2012 / 19.30 Uhr – B-Lage
(Mareschstraße 1 / 12055 Berlin/Neukölln)
Auf folgende Veranstaltung wollten wir euch hinweisen:
Willkommen in Neukölln! Willkommen zu Hause!
Vor kurzem wurden in Berlin Neukölln und Treptow Flugblätter der rechtspopulistischen Partei Pro Deutschland verteilt, die zugewanderte Roma aus Rumänien und Bulgarien als „Ausbeuter des Sozialstaates“ darstellen. Diskriminierung dieser Art schürt genau den Hass, vor dem Roma aus ihren Heimatländern geflohen sind. Dort sind sie mit Ausgrenzung, Diskriminierung und dem faktischen Ausschluss aus Bildungs-, Versorgungs- und Gesundheitssystemen konfrontiert. Aus diesen Gründen sind in den letzten Jahren vermehrt Roma aus Südosteuropa nach Berlin migriert. Dabei nutzen sie ihr Recht auf Freizügigkeit, dass allen EU-Bürger_innen zusteht. In Berlin wollen sie sich eine gesicherte Existenz aufbauen, auch im ihren Kindern ein besseres Leben bieten zu können, als in den Heimatländern.
Die pauschale Ablehnung von Roma hat eine lange Geschichte und zieht bis heute in vielen Fällen Verfolgungen und Ausschluss aus der Gesellschaft nach sich – nicht nur in Rumänien oder Bulgarien, sondern auch in Deutschland. Für viele Roma gehören offene Anfeindungen zum Alltag. Immer wieder kommt es zu gewaltsamen Übergriffen auf Roma. Rechtspopulistische Parteien wie Pro Deutschland knüpfen nahtlos an dieses Gedankengut an und betreiben Hetze auf Kosten von Roma. Dies schürt genau den Hass, vor dem die Menschen aus ihren Heimatländern geflohen sind.Wir grenzen uns von stereotypen Zuweisungen ab und wünschen uns eine Stadt, in der wir solidarisch miteinander leben.
Gebt rechtem Gedankengut keine Chance!
Widersprecht Roma-feindlichen Äußerungen und Handlungen!
Für eine Stadt, in der sich alle zu Hause fühlen können.
Für eine Stadt ohne Rassismus und ohne Antiziganismus
Demo gegen Antiziganismus und Rassismus
3.März – 15:00 Uhr – Rathaus Neukölln
Etwa 100 Menschen beteiligten sich an der Kundgebung. Einen Bericht mit Bildern gibt es bei Indymedia.
Neonazis zünden Jugendzentrum an: Zeit etwas zu tun!
Antifaschistische Kundgebung | 03.12.11 | 12 Uhr | U-Bhf. Britz-Süd (U7)
Ausgerechnet am Morgen des 9. November 2011, dem 73. Jahrestag der Pogromnacht 1938, versuchten Neonazis zum zweiten Mal in diesem Jahr das Anton Schmaus-Haus am U-Bahnhof Britz Süd anzuzünden. Nur die Tatsache, dass Bauarbeiter_innen das Feuer frühzeitig entdeckten, hat Schlimmeres verhindert. Das Anton Schmaus-Haus muss trotzdem vorerst weiter geschlossen bleiben.
Das Jugendzentrum ist Neuköllner Neonazis schon seit längerem ein Dorn im Auge. Hier werden Ideen weitergegeben, die nicht in das völkisch-menschenverachtende Weltbild von Neonazis passen. Sie beschmierten das Anton Schmaus-Haus mehrmals mit Hakenkreuzen und anderen Symbolen und Sprüchen. Im Juni dieses Jahres versuchten sie zum ersten Mal das Haus anzuzünden.
Es ist nicht der erste Brandanschlag von Neuköllner Neonazis. Im Frühjahr 2008 warfen zwei von ihnen in der Nacht so genannte Molotow-Cocktails auf zwei Häuser in Rudow, in denen migrantische Familien wohnten. Weitere Neonazis aus Neukölln sind ebenfalls wegen Brandstiftung vorbestraft. Einer von ihnen versuchte bereits einen linken Jugendclub anzuzünden. Nicht erst seit den Ereignissen rund um die rassistische Mordserie einer Neonazi-Terrorzelle aus Thüringen ist klar: Widerstand gegen Neonazis ist notwendiger denn je. Eine Aufgabe, die einem niemand abnimmt. Mit einer Kundgebung wollen wir auf das auch in Neukölln häufig verschwiegene Problem mit Neonazis hinweisen. Genau dort wo sie ihre hässliche Fratze am 9. November 2011 gezeigt haben.
Antifaschistische Kundgebung:
Samstag, 03.12.11 | 12 Uhr | U-Bhf. Britz-Süd (U7)
Zum selberkopieren (Rechtsklick, speichern unter):
Flyer (PDF: A5/A6)
Plakat (PDF)
Am Morgen des 9. November 2011 gegen 7:00 Uhr brannte erneut das Anton-Schmaus-Haus der “Falken” in Berlin-Neukölln. Mittels Brandbeschleuniger wurden mindestens sechs Brandherde gelegt, die erneut starke Schäden an der Fassade und den Türen der linken Kinder- und Jugendeinrichtung hinterließen.
Die Pressemitteilung der „Falken“ zum Brandanschlag findet ihr hier.
Presseartikel im Überblick:
Berlin: Wieder Brandanschlag auf Falkenhaus
09.11.11 – Indymedia
Erneuter Brandanschlag auf das Anton-Schmaus-Haus Neukölln
09.11.11 – Berlin rechtsaußen
Wieder Brand am Falkenhaus
09.11.11 – TAZ
Vereinshaus der Sozialistischen Jugend angezündet
09.11.11 – MoPo
Erneuter Brandanschlag auf Jugendzentrum in Neukölln
09.11.11 – PNN
Brandstiftung an Jugendzentrum in Britz
09.11.11 – RP-Online
Brandanschlag auf „Falken“-Jugendhaus
09.11.11 – BZ
Anschlag auf linkes Hausprojekt in Berlin
09.11.11 – RBB
Brandstiftung an linkem Jugendzentrum in Britz
09.11.11 – Stadtmorgen
Schreckliches Déjà-vu
09.11.11 – vorwärts
Erneuter Brandanschlag auf Jugendzentrum in Neukölln
09.11.11 – Tagesspiegel
Brandanschlag auf Jugendclub in Neukölln
09.11.11 – Berliner Zeitung
Wenn es brennt in Deutschland
10.11.11 – SOZ
Erneut Brandanschlag auf Vereinshaus der Sozialistischen Jugend
10.11.11 – MoPo
Erneuter Brandanschlag auf das Anton-Schmaus Haus
10.11.11 – Autonome Neuköllner Antifa
Die Neuköllner Chronik rechter Aktivitäten wurde nun umfangreich überarbeitet und aktualisiert. Viele nachgemeldete Vorfälle aus den letzten Jahren wurden eingearbeitet und Vorkommnisse in der jüngsten Zeit mit aufgenommen. Zu finden ist sie nach wie vor auf der Seite der Neuköllner Antifa unter „Chronik“. Die Neuköllner Chronik dient dazu, neonazistisch, rassistisch oder sonst wie extrem rechts motivierte Aktivitäten der letzten Jahre, die in Neukölln oder unter Beteiligung Neuköllner Neonazis stattfanden, oder sonst wie im Bezug zu Neukölln stehen, zu dokumentieren.
Lokale Chroniken erwiesen sich in der Vergangenheit als wichtiges Instrumentarium antifaschistischer Arbeit. Initiativen, Journalist_innen, lokale Politiker_innen und alle anderen, die antifaschistisch tätig sind, können die Erkenntnisse auswerten, Analysen mit Fakten unterlegen und Gegenstrategien entwickeln. Kurz, die interessierte Öffentlichkeit kann sich ein realistisches Bild rechter Aktivitäten im Bezirk machen. Aber auch antifaschistische Aktivist_innen können auf Grundlage der
Erkenntnisse gezielt intervenieren, z.B., wenn sich räumliche oder strategische Schwerpunkte neonazistischer Aktivitäten ausmachen lassen.
Die Neuköllner Chronik wird ab nun wieder regelmäßig aktualisiert und durch Nachmeldungen ergänzt, erhebt aber natürlich trotzdem keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Quellen der Informationen sind andere antifaschistische Initiativen und Gruppen, Opferberatungsstellen, Medien, Polizeimeldungen und Anwohner_innen- und Augenzeug_innenberichte. Um sie so vollständig wie möglich zu führen, sind also alle gefragt: Bitte meldet eure Beobachtungen im Bezirk auf antifa-neukoelln.net unter Kontakt.
Chronik Neukölln
Berlin-weit
Andere Chroniken Berliner Bezirke:
Treptow-Köpenick
Friedrichshain-Kreuzberg
Lichtenberg (Hohenschönhausen)
Charlottenburg-Wilmersdorf
Großbezirk Pankow (Prenzlauer Berg, Weißensee)
Marzahn-Hellersdorf
+++UPDATE: NPD-Kundgebung abgesagt+++
Seit Montag bewarb die Neuköllner NPD für den morgigen Freitag eine Kundgebung auf dem Hertzbergplatz. Bereits einen Tag später verschwand die Ankündigung unkommentiert wieder. Wie nun bekannt wurde, hat die NPD ihre Anmeldung für die morgen ab 18.00 Uhr geplante Kundgebung zurückgezogen. Somit wird auch die angemeldete Gegenkundgebung nicht stattfinden!
Für den kommenden Freitag – 19. August 2011 – plant der Neuköllner Kreisverband der NPD eine Kundgebung ab 18:00 Uhr auf dem Hertzbergplatz (Sonnenallee Ecke Treptower Straße) in Berlin. Die Nazis wollen, wie sie selbst schreiben, keine „Londoner Verhältnisse“ und fordern „Sicherheit durch Recht und Ordnung“ gegen die von ihnen als „Multikulti-Randale“ bezeichneten Ausschreitungen in Großbritannien.
Die Kundgebung, die mitten im alternativen und migrantisch geprägten Nordneuköllner Kiez stattfinden soll, stellt eine reine Provokation dar. Sie ist nichts weiter als der wiederholte Versuch, alle vermeintlich „Nicht-Deutschen“ zu diskreditieren und als Gewaltverbrecher_innen darzustellen. Damit versucht die NPD, im Rahmen ihres Wahlkampfes, an ohnehin bestehende rassistische Denkmuster anzuknüpfen.
Wir werden es nicht hinnehmen, dass die Nazis ihr rassistisches, menschenverachtendes Weltbild in Neukölln propagieren. Der NPD und allen Rassist_innen entschieden entgegentreten!
Beteiligt euch zahlreich an den Protesten gegen die NPD!
Gegenkundgebung:
Freitag, 19.08.2011 | 17 Uhr | Sonnenallee Ecke Hertzbergstraße | Berlin
Aktuelles Infos: antifa-neukoelln.net | neukölln-gegen-nazis.de
Plakate und Flyer zum selber basteln.