Absage an Andreas Wild

„Kiez und Kneipe“ hat die Veranstaltung mit dem AfDler am 16. Mai mit trotziger Geste abgesagt. „Bedroht“ wurden sie also? Als ob die Politik eines Andreas Wild keine ständige Bedrohung wäre. Aus der Position von „Kiez und Kneipe“ mag die rassistische Hetze der AfD easy wegzustecken sein, aber auch nur weil sie nicht betroffen sind.

Statement der Migrant Strikers dazu: „Die Redaktion von Kiez und Kneipe hat die mit dem AFD-Bundeskanditat für Neukölln Andreas Wild in der Schillerpromenade geplante Veranstaltung abgesagt. Gründe dafür seien divers, von einem gegen die Zeitung aufgeforderten Anzeigenboykott bis zu Gewaltandrohungen gegen einzelnen Redaktionsmitglieder. Damit sei das “demokratische journalistische Verhalten von einigen Menschen in Neukölln mit dem Argument des Schutzes der Demokratie, aber eben auch mit Mitteln der Einschüchterung” verhindert worden, lautet der Redaktion. Als Kollektiv von Migrant_Innen hatten wir die Petition für die Absage der Veranstaltung unterstütz. Deshalb freuen wir uns sehr darauf, dass Andreas Wild in einer Kneipe unseres Bezirks nicht zum Wort kommt. Ein Nazi-Anhänger kann Anzug und Krawatte tragen, sich wählen lassen und in einer Bezirksverordnetenversammlung sitzen. Das ändert nichts an der Tatsache, dass er ein Nazi ist und bleibt. Der Redaktion von Kiez und Kneipe ist es bewusst, dass Wild “in der Vergangenheit durch völkische und rassistische Parole auffiel” und davon “distanziert” sie sich. Durch völkische und rassistische Parole “aufzufallen” ist doch für uns wie für jede Migrant_Innen in der Stadt kein bloßes Tagesereignis, kein bloßes Nachrichtenmaterial, sondern ein konkreter Angriff auf unser Leben, der von keiner “demokratischen” Meinungsfreiheit gedeckt werden kann. Wer rechtsextreme Einschüchterungen an ihrer eigenen Haut erfährt, der/die ist gezwungen, eine klare politische Stellung zu nehmen. Sich von völkischen und rassistischen Parolen einfach zu distanzieren, ist ein Privileg, das wir nicht haben.

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